VfL Waiblingen - Gesamtverein

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In Kur gefahren,
als Vize-Europameister zurückgekommen

Dr. Emil Schöttle Bild: Pavhvic 13.3.11 T

Dr. Emil Schöttle Bild: Pavhvic 13.3.11 T

Dr. Emil Schöttle (74) in Verona Zweiter im Hammerwerfen bei den Leichtathletik-Titel Kämpfen der Senioren.
Wegen Dauerregen halb in Zivilkleidung angetreten.

Wenn einer in Kur geht, kommt er im Normalfall nicht mit einer Europameisterschafts - Silbermedaille zurück. Bei Dr. Emil Schöttle (74) indes ist vieles nicht so, wie es der Normalfall vorsieht. Er unterbrach 1988 seine Kur in Montegrotto (bei Padua), fuhr nach Verona zu den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren und wurde Zweiter im Hammerwerfen. Er hatte in Verona auch für das Kugelstoßen gemeldet. Doch dazu hätte er ein zweites mal vom Kurort Montegrotto (dort war er zusammen mit seiner Frau) die 110 Kilometer zum Wettkampf fahren müssen. Das wäre dann doch zuviel Stress in der Kur gewesen.

Das Hammerwerfen entwickelte sich hektisch genug. Meldeschluss war um sieben Uhr morgens. Das bedeutete aufstehen um vier. Um sechs waren Schöttles schließlich im Stadion; alleine. „Da war noch Totenstille " Dafür begann es um 7 Uhr zu regnen. Und das tat es dann den ganzen Tag. Dazu gesellte sich Staub aus der Sahara (so berichteten anderntags die italienischen Zeitungen). Schöttle: „Meine Tasche war ganz gelb." Im Auto setzte sich der Staub in allen Ritzen fest. Schöttle, auf einen Wettkampf in brütender Hitze eingestellt, trat schließlich ohne Probewurf zum ersten Versuch im den Ring. Bekleidet mit Trainingsjacke und ganz normaler Hose. „Die haben alle dumm geguckt." Als er im dritten Versuch (in den Pausen verkrochen sich die Athleten frierend unter einem Dach) 39,22m vorlegte, wohl auch. Es reichte dennoch nicht ganz. Der Finne Eno Ruuska überholte ihn im fünften Versuch.

Die Siegerehrung hätte er schließlich fast noch verpasst. Viereinhalb Stunden mussten sie warten, und hätte ihn nicht die Frau des finnischen Siegers darauf aufmerksam gemacht, er hätte nicht in nassen Hosen und Trainingsjacke (seiner Wettkampfkleidung; „das hat dämlich ausgesehen") auf dem Treppchen stehen können.

1988 Aus einem Artikel von Gisbert Niederführ



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