VfL Waiblingen - Gesamtverein

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Von den VfL-Minis zur Welthandballerin

Quelle: ZVW - 7.09.2011 (Sandra Dambacher) -

Quelle: ZVW - 7.09.2011 (Sandra Dambacher) -

„Meine Zeit in Waiblingen“ / Nadine Krause erzählt gegenüber der ZVW von Heimweh und ihrer Kindheit mit harzigen Bällen

Nadine Krause hat das geschafft, wovon viele Träumen: Das Mädel aus der schwäbischen Kleinstadt hat es bis an die internationale Handball-Spitze gebracht. 2006 wurde sie von den Lesern der Zeitschrift World Handball Magazine zur Welthandballerin gewählt – als erste Deutsche überhaupt. Sie erzählt von ihrem Weg dort hin, der als Dreijährige bei den VfL-Minis begann.

„Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich den ersten Ball gefangen habe“, sagt Nadine Krause. Einst hat die 29-Jährige bei den Minis des VfL Waiblingen begonnen. Damals war sie drei Jahre alt. Mit Luftballons und Bewegungstraining ging’s dabei erst mal an die Grundlagen. Doch schon in dieser Zeit hat sie ihre Leidenschaft für den Mannschaftssport entdeckt: „Die Gemeinschaft mit den Mädchen hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht.“ Leider ging ihr Gemeinschaftssinn so weit, dass sie auf rechts umschulte - denn alle anderen Mädchen haben auch mit rechts gespielt. Und dabei gelten Linkshänder als so etwas wie Geheimwaffen auf halb rechts und rechts außen. Aber was soll’s. Nadine Krause spielt heute im Rückraum links.

Wer an die Weltspitze kommen will, hat nicht viel Zeit für anderes

Früh zeigte sich das Talent der kleinen Nadine. Das machte ihren Vater, der sie später beim VfL trainierte, besonders stolz. Wer aber an die Weltspitze kommen will, hat nicht viel Zeit für anderes. „Meine Freundinnen kamen eigentlich alle aus dem Handball“, erzählt Nadine Krause. Trotzdem hatte sie als Kind aber noch Zeit, um vor dem Haus zu spielen. Vor allem dem Fußball galt ihre zweite Leidenschaft. „Früher habe ich gegen Jungs gespielt“, erzählt sie. Auch Leichtathletik und Turnen hat sie für sich entdeckt. Später hatte die Handballerin dafür keine Zeit mehr. „Wir hatten schon jeden Tag Training“, sagt sie. „Da kam noch Verbandstraining, Bezirkstraining dazu.“ Also das Training für die Auswahlmannschaften im Bezirk und Land. „Und am Wochenende hatten wir Spiele.“

Der große Karrieresprung gelang dann schon mit 17 Jahren. Der Verein Blomberg Lippe hatte das junge Talent entdeckt. Ab der 12. Klasse ging sie dann auch dort im Norden Deutschlands zur Schule. Vorher ist sie auf dem Staufer-Gymnasium gewesen. „In der 12. Klasse habe ich alles immer noch mal vorlesen müssen, wegen meines Dialekts“, erzählt sie. „Die anderen fanden das sehr amüsant.“ Auf dieser Schule war sie die Einzige, die schwäbelte.

Von zu Hause weg zu sein war komisch für das Waiblinger Mädchen. „Meine Familie und meine Freunde habe ich sehr vermisst“, sagt Nadine Krause. „Zeit für Heimweh habe ich aber eigentlich gar nicht gehabt.“ Gab es dann wenigstens ein bisschen Zeit für Jungs? „Darüber möchte ich nicht sprechen, das ist mir zu privat“, kontert die Spielerin gekonnt. Aber wie ist das dann mit Alkohol? Bei so mancher Handballmannschaft könnte man ja denken, dort wird mehr getrunken als trainiert, gibt’s im Profisport auch mal ein Bier? „Wir trinken auch schon mal ein Radler zusammen nach dem Training“, sagt Nadine Krause – klar, das Getränk wirkt ja schließlich auch isotonisch.

Leidenschaft für schwäbisches Essen

Ihr Umzug in den Norden Deutschlands ist heute zwölf Jahre her. Danach spielte sie beim FC Kopenhagen und bei Bayer Leverkusen, wo sie heute wieder im Team ist. Ihren Dialekt hat sie inzwischen völlig abgelegt. Die Leidenschaft für schwäbisches Essen hat sie aber behalten. Leberkäse könne man dort oben nicht essen und auch Brezeln würde sie vermissen. Vor allem fehlen ihr aber die Spätzle und Maultaschen ihrer Oma. Immer wenn sie in Waiblingen ist, muss deshalb ein Besuch bei der Oma sein – und das ist nur ein- bis zweimal im Jahr.

Und noch eines ist sehr schwäbisch an ihr geblieben: Sie sorgt für ihre Zukunft vor. Auch ihre vielen Verletzungen vom Nasenbein- und Mittelhandknochenbruch über Schulterverletzungen bis zum Kapselanriss im linken Sprunggelenk haben sie davor gewarnt, dass es eines Tages einfach vorbei sein kann. Nach ihrer Schulterverletzung mit Sehnenriss musste sie 2009 sogar fast das ganze Jahr aussetzen.

Dadurch hatte sie aber wenigstens mehr Zeit für ihr Studium. Zurzeit studiert sie BWL auf Diplom und arbeitet ab 1. Oktober als Trainee bei einer großen Versicherung. „Man muss sich ein zweites Standbein aufbauen“, sagt die Handballerin.

Der Weg zum Handballstar

- Nach dem Wechsel zu Blomberg-Lippe wurde der TSV Bayer Leverkusen auf Nadine Krause aufmerksam. Dort spielte sie von 2001-2007
- 2007 wechselte sie in die stärkste Frauenhandballliga der Welt nach Dänemark zum FC Kopenhagen Handbold. Sie gewann mit Kopenhagen 2009 den Europapokal
- Danach kehrte sie in die erste Frauenhandballbundesliga zurück zu ProVital Blomberg-Lippe. Heute spielt sie wieder bei Leverkusen
- Das Spiel der deutschen Frauenhandballnationalmannschaft steht und fällt in den letzten Jahren mit Nadine Krause. Deutlich wurde das vor allem bei der Weltmeisterschaft 2005 in Russland, wo Krause Torschützenkönigin wurde und das deutsche Team mit ihren Toren einen beachtlichen 6. Platz belegte.
- Ein Jahr später wurde Krause bei der Europameisterschaft in Schweden erneut Torschützenkönigin. Hier konnte sie insgesamt 58 Turniertreffer erzielen.
- In zwei Wochen steht der Weltcup mit der deutschen Nationalmannschaft auf dem Programm. Die Mannschaft trifft zunächst im dänischen Aarhus am 20. September auf Olympiasieger und Rekord-Europameister Norwegen.


Bisherige Vereine
  
VfL Waiblingen
HSG Blomberg/Lippe
TSV Bayer 04 Leverkusen
FC Kopenhagen
HSG Blomberg/Lippe
TSV Bayer 04 Leverkusen (seit 2011/2012)


Traumjahr 2007
  
Spielerin der Saison 06/07,
Handballerin des Jahres 2006, Welthandballerin des Jahres 2006,
Deutsche Vizemeisterin,
3. Platz WM


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